Am 23. Juni gewannen die U20-Leichtathleten des Otto-Hahn-Gymnasiums, wie erhofft, zum dritten Mal in Folge die Goldmedaille beim Landesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“. Mit einer Rumpfmannschaft von lediglich acht Athleten ging es morgens um 7:30 Uhr los in den Hitzekessel des Koblenzer Stadions Oberwerth, wo der Wettkampf um 11 Uhr beginnen sollte. Vier Athleten waren verletzt oder verhindert – die letzte Abmeldung erfolgte um 0:16 Uhr am Tag des Wettkampfs – so dass die Lage zunehmend verzweifelt wurde. Die verbliebenen Athleten waren trotz der widrigen Umstände wesentlich zuversichtlicher als ihre Betreuerin und bewiesen echte Kämpferherzen. Da jeder Athlet in maximal drei Disziplinen antreten kann, musste während der Hinfahrt die Aufstellung noch einmal überarbeitet werden, wobei die schwierige Entscheidung zu treffen war, ob in jeder Disziplin, wie üblich, drei Teilnehmern starten – die besten Zwei kommen jeweils in die Wertung – oder die 4x100m Staffel mit einer zweiten Backup-Staffel abgesichert werden soll. Weil die Staffel die weitaus meisten Punkte liefert und infolgedessen eine Disqualifikation, die beim Staffellauf recht schnell erfolgen kann, die Mannschaft – unabhängig von den vorausgegangenen Leistungen – sofort auf den letzten Platz katapultiert hätte, fiel die Entscheidung zugunsten der zweiten Staffel. Dies bedeutete, dass jeder der acht Athleten zwangsläufig bei der Stadionrunde antreten musste und gleichzeitig bei Hochsprung, Kugelstoß und 800m Lauf kein dritter Athlet teilnehmen konnte. So wurde das Absturzrisiko verringert, bedeutete aber mehr Gefährdung in den drei Disziplinen, da kein Athlet patzen durfte.

Beim Speerwurf zu Beginn des Wettkampfs kam Alexander Hainz, der aufgrund einer Ellenbogenverletzung nur einen einzigen Wurf ausführte, auf 40,68 Meter. Leonard Kiourtidis warf den 800g-Speer 39,70 Meter weit. Diese Leistungen bescherte der Mannschaft zunächst Platz zwei, mit allerdings nur geringem Rückstand auf die führende Mannschaft. Anschließend folgte der 800m Lauf in glühender Hitze, den der erst 17jährige Bennet Bohlander – diesmal ohne Windschatten von der Spitze weg – mit großem Vorsprung in 2:06,21 Minuten gewann, gefolgt von Tristan Hosenfeld, der sich im Vergleich zum Regionalentscheid um mehr als acht Sekunden verbessern konnte und nach 2:13,24 Minuten ins Ziel lief. So stieg die Mannschaft nach der zweiten Disziplin bereits auf den ersten Platz auf und konnte in allen weiteren Disziplinen außer dem Hochsprung den Sieg nach Punkten für sich verbuchen. Im Weitsprung blieben Konstantin Kugler mit 6,16 Metern und Tristan Hosenfeld mit 5,44 Metern zwar unter ihren persönlichen Bestleistungen, bauten den Abstand zur Konkurrenz aber dennoch weiter aus. Den 100m Lauf gewann Kugler anschließend gewohnt schnell in 11,50 Sekunden, gefolgt von Bohlander, der, unbeeindruckt vom vorausgegangenen kräftezehrenden 800m Lauf, erstmals unter 12 Sekunden blieb und die Distanz in starken 11,92 Sekunden meisterte. Auch beim Kugelstoß mit der 6kg Kugel gab es erfreuliche Ergebnisse: 11,41 Meter für Hainz mit neuer Bestleistung, 10,16 Meter für Finn Eichenlaub.  Beim Hochsprung erreichten Kiourtidis und Henning Sögding jeweils 1,64 Meter. Vor dem abschließenden Staffellauf hatten sich die OHG-Athleten einen Vorsprung von knapp 100 Punkten erkämpft, den sie nicht mehr verlieren wollten. Glücklicherweise blieb die erfahrene erste Staffel mit Bohlander (inzwischen mit einer schmerzenden Blase an der Fußsohle), Hosenfeld, Kugler und Sögding ohne Fehl und Tadel, kam nach gut gelungenen Wechseln in 45,53 Sekunden als Erste ins Ziel und steuerte damit 1314 Punkte auf das Mannschaftskonto bei. Völlig erschöpft aber dennoch überglücklich gewannen die acht OHG-Athleten mit beeindruckenden 8136 Gesamtpunkten – ganze 275 Punkte mehr als beim Regionalentscheid – den diesjährigen Landesentscheid vor dem Gymnasium Bitburg, das mit 7915 Punkten Zweiter wurde.

 

 

dritter landessieg ohg leichtathleten