Polenaustausch mit Kędzierzyn-Koźle 2017 PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Samstag, 20.05.

Um zehn Uhr morgens startet unsere Reise endlich. Der kleine Bus parkt vor dem OHG und die Koffer werden verladen. Ein letztes Mal die Eltern drücken, dann geht es auch schon los in Richtung Flughafen Frankfurt-Hahn. Kaum am Flughafen angekommen, müssen wir uns schon von unseren Koffern trennen. Kein Koffer ist zu schwer, keiner wurde geklaut, also können wir mehr oder weniger beruhigt die Sicherheitskontrolle passieren. So langsam ist der ein oder andere doch ein wenig aufgeregt. Vor allem diejenigen, die vorher noch nie geflogen sind. Noch ein wenig Geld ausgeben im Dutyfreeshop, bevor wir alles nur noch in Złoty bezahlen können. Eine letzte unverständliche Flughafendurchsage, die angeblich der Aufruf zu unserem Flug sein soll, bevor wir mit dem Bus zum Flugzeug gefahren werden. Kurz darauf sehen wir schon, wie die gelangweilten Flugbegleiter uns die Sicherheitseinweisung vortanzen. Der Flug ging beim Schlafen, Essen oder Candy-Crush-Saga-Spielen und mit viel Musik schnell rum. Jeder hat seinen Koffer wiederbekommen und dann sitzen wir auch schon im Bus auf dem Weg zur polnischen Schule, wo unsere Austauschpartner schon sehnsüchtig auf uns warten. Am ersten Abend sind wir alle in unseren Gastfamilien und unternehmen unterschiedliche Dinge; wir ruhen uns aus oder machen Party. Manchmal auch beides. Aber am Ende liegen wir alle erschöpft von der Reise und dem Abend im Bett.


Sonntag, 21.05.

Auch den Sonntag verbringen wir in den Familien. Egal, was unsere Gastfamilien mit uns vorhatten, ob es ein Schloss oder gar eine ganze Stadt zu besichtigen gab, am Ende haben wir alle unseren Horizont erweitert und wenn es nur das polnische Essen war, das wir vorher nicht kannten.


Montag, 22.05.

Am Morgen geht der Austausch dann offiziell mit einer Begrüßung durch den polnischen Schulleiter los. Die Kennenlernspiele, die dann folgen, zeigen eins deutlich: Lieblingsgetränk? Vodka! Nein, natürlich haben wir uns alle besser kennengelernt und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, wie immer bei solchen Spielen, das kennen wir doch alle. Naja, wie auch immer. Danach haben wir bei der überaus interessanten Stadtrallye Kędzierzyn-Koźle etwas besser kennengelernt und einige, ganz exotische, Pommes gegessen.

Als Vorbereitung auf unseren Ausflug nach Auschwitz am Donnerstag schauen wir im Anschluss den ersten Teil des Films „Schindlers Liste“.

Den Nachmittag und Abend verbringen wir wieder in den Familien mit den verschiedensten Dingen. Einige gehen bowlen und andere machen Lagerfeuer. Manche schauen auch bayrisches Fernsehen mit der Oma.


Dienstag, 23.05.

Dienstag ist Kajaktag. Früh morgens geht der Ausflug an der Schule los und wir laufen die paar Meter zum Kajakverleih. Zum Glück bekommen wir deutsche Schüler die Einweisung mehr oder weniger übersetzt, denn unser schwer erlerntes „cześć“ bringt uns mitten auf dem Wasser nicht viel weiter. Vor allem dann, wenn uns Angelschnüre die Kommunikation noch erschweren. Wir kämpfen alle noch ums Gleichgewicht, als es auch schon losgeht. Irgendwie schaffen wir es alle uns über Wasser zu halten und erreichen schon bald die erste Schleuse. Dann geht es gefühlt endlos auf der Oder geradeaus (oder auch nicht ganz so gerade). Irgendwann können wir endlich mal aussteigen und uns die schmerzenden Beine vertreten, aber eine lange Pause wird uns nicht gegönnt, denn es geht direkt auf einem kleineren Kanal in entgegengesetzte Richtung weiter. Nach einer ganzen Weile müssen wir noch einmal „umsteigen“. Doch dann ist es nicht mehr weit und nach sechs Stunden, 18 Kilometern, vielen Blasen, schmerzenden Händen und mehr oder weniger (bei manchen etwas viel mehr) Sonnenbrand sehen wir endlich wieder die Anlegestelle. Alle sind erleichtert, wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Als wir uns danach beraten, was wir am Abend noch machen wollen, bekommen wir einmal mehr die Gastfreundlichkeit der Polen zu spüren, als Hubertus und seine Freunde vom Kajakverleih uns anbieten, dort zu grillen. Das lassen wir uns natürlich nicht zwei Mal sagen und ein paar Stunden später versammeln wir uns fast alle ums Lagerfeuer, grillen unsere Würstchen, hören Musik (dank Hubertus dann auch noch etwas lauter) und lassen den anstrengenden Tag ausklingen. Doch weil wir alle für den Ausflug nach Krakau am nächsten Tag fit sein wollen, geht es dann irgendwann ab nach Hause und ins Bett.


Mittwoch, 24.05.

Am Morgen geht es mit dem Reisebus los nach Krakau. Die Fahrt ist lang und als wir ankommen schüttet es wie aus Eimern. Nachdem wir endlich die Leiterin unserer Stadtführung gefunden haben, flüchten wir mit ihr vor dem Regen in eine Kirche. Das beschreibt auch schon ganz gut die Stadtführung, denn außer besagter Kirche, zwei Synagogen und einem jüdischen Friedhof sehen wir dabei leider nicht sehr viel von Krakau. Das können wir aber in der Freizeit danach aufholen, wobei das riesige Einkaufszentrum dabei wie ein Magnet wirkt. Doch die Zeit geht schnell rum und schon wartet der Bus nach Hause auf uns.


Donnerstag, 25.05.

Morgens geht es wieder mit dem Bus los. In die gleiche Richtung. Aber diesmal geht die Fahrt nicht nach Krakau, sondern nach Oświęcim. In das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz. Auf das, was uns dort erwartet, ist keiner vorbereitet. Wir sind alle überwältigt von der Größe des Geländes und den damit zusammenhängenden Bildern, die in unseren Köpfen entstehen. Als wir bei einer Führung durch das Gelände von den Umständen, die damals herrschten, und den Dingen, die dort passierten, erzählt bekommen, wird dem ein oder anderen etwas flau in der Magengegend. Auch im Bus auf der Rückfahrt ist die Stimmung noch immer gedrückt und man merkt, dass die neuen Erfahrungen alle sehr beschäftigen. Zu Hause angekommen werden schon so langsam die Koffer gerichtet und angefangen zu packen, denn die Heimreise rückt immer näher.


Freitag, 26.05.

Wir können es alle kaum fassen, doch es ist bereits der letzte Tag unseres Austauschs. Die Zeit verging wie im Flug. Heute findet die Veranstaltung anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Austauschs statt, zu der unser Schulleiter eigens angereist ist. Doch mit einer Feier wie der folgenden hat von uns keiner gerechnet. Die große Aula der Schule ist festlich geschmückt und alles ist sehr offiziell. Als dann auch noch die Fahnenträger angekündigt werden und in Uniform die Aula betreten, können die meisten sich ihr Lachen nicht mehr verkneifen. Nachdem die Reden, Urkundenübergaben und Glückwünsche überstanden sind, spielt die Schulband, es gibt Kuchen und anschließend Pizza. Den Mittag in den Familien verbringen viele mit Shoppen gehen oder packen und abends treffen wir uns alle zum Abschied im Club A4 und lassen gemeinsam den Austausch ausklingen.


Samstag, 27.05.

Nachdem wir uns an der Schule (teilweise auch unter Tränen) von unseren Austauschpartnern verabschiedet haben, geht es auch schon wieder nach Hause. Der Heimweg ist ruhig. Viele haben Schlaf nachzuholen, denn es war eine schöne, aber auch anstrengende Woche.

Auf eine gute Woche im September, wenn wir dann Besuch aus Polen bekommen.



Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. Juni 2017 um 09:50 Uhr
 

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